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Armor Info: Schwerer Kampfpanzer IS-2
Posted by: SargeSurfat |
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Topic Battlegroup42 Fahrzeughandbuch
Der schwere Kampfpanzer Iosif Stalin 2, abgekürzt IS-2 oder auch JS-2, war die Antwort der sowjetischen Konstrukteure auf die Anforderung, einen Panzer zu schaffen, der sowohl die deutschen Panther- und Tiger-Panzer bekämpfen konnte als auch in der Lage sein sollte, feindliche Befestigungen effektiv zu bekämpfen. Er erschien im April 1944 erstmals auf dem Schlachtfeld.
Mitte des Jahres 1943 war das sowjetische Oberkommando kurz davor, das Bauprogramm für schwere Kampfpanzer komplett einzustellen. Das zu jener Zeit in Produktion befindliche Modell, der KV-1 Panzer, war zwar deutlich schwerer gepanzert als der leichtere T-34, bot aber ansonsten keine taktischen Vorteile im Gefecht, da er dieselbe Kanone wie der T-34 verwendete. Nachteilig wirkte sich hingegen aus, dass der KV-1 technisch unzuverlässiger war und großen Wartungsaufwand erforderte. Vor allem aber war die Herstellung eines KV-1 viel teurer als die eines T-34, und die Rote Armee brauchte dringend große Mengen von Panzern. Die Kursk-Offensive der Deutschen im Juli und August 1943 änderte jedoch alles: Zusätzlich zum Tiger, der den Sowjets schon seit dem Winter 1942/43 bekannt war, brachten die Deutschen mit dem Panther einen weiteren, überragenden Kampfpanzer mit ausgezeichnetem Schutz und großer Feuerkraft zum Einsatz. Die Panzergefechte während der Kurskschlacht zeigten den Sowjets, dass sie für die weitere Auseinandersetzung mit den Deutschen einen Panzer brauchten, der auch auf kurze Gefechtsentfernung dem Beschuss durch deutsche 88mm oder 75mm Kanonen standhalten konnte.
Das Ergebnis war zunächst der mit einer 85mm Knaone bewaffnete IS-1 (auch IS-85 genannt), der aber die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllte. Erste Gefechte mit deutschen Verbänden im Februar 1944 führten zu bitteren Verlusten. Die 85mm Kanone erwies sich als zu schwach, das Design der Panzerung offenbarte Schwachstellen. Die blutig gewonnenen Erfahrungen flossen aber umgehend in die Produktion ein, so dass im Frühjahr 1944 der IS-2 in die Massenproduktion ging. Er war 46 Tonnen schwer - damit zehn Tonnen leichter wie der Tiger und genauso schwer wie der Panther - und mit einer mächtigen 122mm Kanone sowie zwei Maschinengewehren bewaffnet. Später kam noch ein Flugabwehr-MG für den Kommandanten hinzu. Damit war er der am stärksten bewaffnete Kampfpanzer des zweiten Weltkrieges. Der 600 PS V12 Diesel (später 700 PS) sorgte für eine Höchstgeschwindigkeit von 37 km/h, die Panzerung betrug an der Front stellenweise bis zu 160mm! Konzipiert war der IS-2 als schwerer Durchbruchspanzer, dem die Aufgabe zufiel, unter starkem Beschuss feindliche Befestigungen und Geschützstellungen zu zerstören und damit den Weg für die leichteren Panzer freizumachen. Zugleich sollte er feindliche Panzer ausschalten oder so lange deren Feuer auf sich ziehen, bis sie von anderen Panzern oder Jagdpanzern zerstört wurden.
Die gewaltige Kanone erforderte entsprechende Munition, was zum Hauptnachteil des IS-2 wurde. Die Geschossgröße erlaubte nur einen geringen Munitionsvorrat von 28 Schuss, und da Granate und Treibladung in der Enge des Turmes getrennt geladen werden mussten, war die Feuerrate auf zwei bis drei Schuss pro Minute begrenzt. Dennoch - und trotz einiger Kinderkrankheiten, die aber zügig ausgemerzt wurden - erwies sich der IS-2 unter Gefechtsbedingungen als großer Erfolg. Im Februar 1944 wurden alle schweren Durchbruchsregimenter, die bis dahin mit KV Panzern und britischen Churchills ausgestattet waren, mit dem IS-2 ausgerüstet, sowie einige neue Regimenter aufgestellt. Sie bestanden aus vier Kompanien mit je fünf Panzern plus einem Kommando-Panzer. Den ersten Kampfeinsatz mit dem neuen Tank erlebten das 11. und das 72. Unabhängige Schwere Garde-Panzerregiment im April 1944 während der sowjetischen Offensive in der Ukraine. Den größten Erfolg erzielte dabei das 72. Garde-Panzerregiment, dem innerhalb von 20 Tagen der Abschuss von 41 Tiger-Panzern, Elefant-Selbstfahrlafetten und Sturmgeschützen gelang, plus drei Munitionspanzern und zehn Panzerabwehrkanonen - bei nur acht eigenen Verlusten. Dabei erwies sich, das die deutschen 88mm Kanonen dem IS-2 in direkter Konfrontation nur aus Entfernungen unter 400m gefährlich werden konnten. Fast alle zerstörten IS-2 wurden daher von der Seite getroffen.
Die wuchtigen 122mm Geschosse des IS-2 hingegen konnten einen Tiger- oder Panther-Panzer bis zu einer Entfernung von über 2000 Metern vernichten. Dabei spielten sowohl die hohe kinetische Energie als auch der Umstand eine Rolle, dass der deutsche Panzerstahl durch die Materialknappheit immer weniger Legierungsbestandteile enthielt. Es sind Fälle bekannt, wo selbst eine nicht panzerbrechende Explosivgranate eines IS-2 ausreichte, die Frontplatte eines Panther zu zerbrechen, oder sogar ganz aus den Schweißnähten zu reißen. Dass auch der mächtige neue "Königstiger" den IS-2 fürchten musste, zeigt die Begegnung zwischen dem 71. Unabhängigen Schweren Garde-Panzerregiment und dem 6. Garde-Panzercorps mit einem Batallion Königstiger im Sandomiers Brückenkopf, Ungarn, August 1944. Innerhalb eines Tages schlugen die Sowjets sieben deutsche Angriffe zurück und zerstörten dabei je vier Tiger und Königstiger, drei Panther, je eine Elefant-Selbstfahrlafette und einen Jagdtiger, sowie drei Panzerwagen. Hinzu kamen 23 Geschütze, weitere deutsche Panzer wurden beschädigt. Die Sowjets verloren dabei zehn IS-2, von denen aber sieben repariert und wieder eingesetzt werden konnten.
Im restlichen Kriegsverlauf sollte es den Deutschen nicht mehr gelingen, eine effektive Antwort auf den IS-2 zu finden. Die Schweren Durchbruchsregimenter bildeten die Speerspitzen des sowjetischen Vormarsches nach Westen und auch beim Angriff auf die deutsche Hauptstadt. Schon in den Häuserschluchten anderer eroberter Städte hatte sich jedoch die deutsche Panzerfaust als gefährliche Waffe erwiesen, auf deren Konto zahlreiche Verluste an Panzern - auch an IS-2 - gingen. Sowjetische Quellen sprechen von 70 Prozent aller Panzerverluste bei Stadtkämpfen. Die Sowjets gingen daher dazu über, die Türme der IS-2 mit Schildern aus Stahlblech zu verkleiden. Sie sollten den direkten Kontakt einer Hohlladung mit der Panzerung verhindern und erwiesen sich als effektiver Schutz - allerdings nur solange, bis die Deutschen lernten, zweimal hintereinander auf dieselbe Stelle zu feuern. Aufgrund der geringen Reichweite einer Panzerfaust und der Tatsache, das diese durch den Rauchschweif den Standort des Schützen verriet, waren solche Angriffe angesichts der sowjetischen Übermacht allerdings reine Himmelfahrtskommandos.
Der IS-2 wurde neben der Roten Armee auch von polnischen und - kurz vor Kriegsende - tschechoslowakischen Einheiten gegen die Deutschen eingesetzt. Hier taten sich besonders das 4. und 5. Schwere Panzerregiment der polnischen Armee beim Vormarsch in Pommern und dem Endkampf um Berlin hervor. Auch nach dem 2. Weltkrieg spielten der IS-2 und sein Nachfolger, der IS-3, eine wichtige Rolle in vielen Konflikten. So wurden einige Anfang der 50-er Jahre an China geliefert, die dann im Indochina-Krieg gegen die Franzosen eingesetzt wurden. In den 60-er Jahren erhielt auch Kuba zwei komplette Regimenter IS-2, zur gleichen Zeit wurden auch IS-2 an Nordkorea geliefert. Noch 1982 wurden IS-2 Panzer während eines Manövers der Warschauer Pakt Staaten eingesetzt, und erst 1995 (!) wurden die IS-2 aus den Bestandslisten der Sowjetarmee ausgemustert.

Geschichte
Die Geschichte des JS-2 Kampfpanzers begann im März 1942, als die gerade neu gegründete Experimentelle Panzerfabrik in Chelyabinsk damit begann, auf der Basis des schweren Kampfpanzers KV-1 und eines experimentellen Untertypen dieses Modells, dem KV-13, einen neuen schweren Kampfpanzer zu entwickeln. Chef des Entwicklungsteams war der kurz zuvor aus einem Gulag entlassene Ingenieur N. V. Tseits, weitere Teammitglieder waren K. I. Kuzmin (zuständig für den Rumpf), N. M. Sinev (zuständig für den Turm), S. V. Mitskevich (zuständig für das Fahrwerk) and G. N. Moskvin (zuständig für die Montage). Sie griffen die Konzeption des KV-13 auf, der einen universellen Panzer mittleren Gewichts vorsah, der zugleich über den Panzerschutz eines schweren Kampfpanzers verfügen sollte. Die Ingenieure kamen überein, dass dieses Ziel nur unter Verwendung gegossener Komponenten möglich sein würde - nicht nur beim Turm, sondern auch beim Rumpf, auch wenn dies den verfügbaren Platz im Inneren einschränkte. Diese Notwendigkeit wurde noch verschärft durch eine Weisung des Verteidigungskommitees der Sowjetunion, die einen möglichst minimalen Materialverbrauch vorschrieb. Bereits im Mai 1942 konnte das Team einen KV-13 Prototypen auf das fabrikeigene Testgelände schicken. Er wog 31,7 Tonnen, hatte eine 76,2mm ZiS-5 Kanone, ein koaxiales DT-Maschinengewehr und verwendete Teile sowohl des T-34 als auch das des KV-1 Fahrwerks. Die maximale Panzerstärke am Rumpf betrug 120mm, die am Turm 85mm. Ein U-förmiger Kühler erlaubte eine bessere Anordnung des Motorblocks und steigerte die Effizienz des Lufteinlasses. Die Tests offenbarten jedoch eine ganze Reihe von Problemen mit dem neuen Panzer: Lauf- und Stützrollen sowie die Ketten verschlissen extrem schnell, zudem neigte das Fahrwerk dazu, die Kette bei Wendemanövern abzuwerfen. Auch das Beschleunigungsvermögen erwies sich aufgrund von Getriebeproblemen als unbefriedigend. Im Juli 1942, mitten in den Tests, verstarb Chefingenieur Tseits. Sein Nachfolger, F. A. Marishkin, schlug die Verwendung des verbesserten Getriebes sowie anderer Fahrwerksteile des KV-1s Kampfpanzers vor. Doch auch der überarbeitete Prototyp fiel durch die Tests, und das Militär drohte das Interesse an dem Projekt zu verlieren. Trotzdem arbeitete man in der Fabrik weiter und stellte im Dezember 1942 zwei neue Varianten vor. Sie verfügten über den gleichen Rumpf und das gleiche Fahrwerk wie ihr glückloser Vorgänger, besaßen aber neben komplett neu entwickelten Türmen viele weitere neu entwickelte Komponenten. So verwendete das Getriebe einen zweistufigen Planetenantrieb, außerdem wurde die Kühlung verbessert und die Kette leichter gemacht, indem jedes zweite Glied flach und ohne Profil ausgeführt wurde (sog. Chelyabinsk-Kette). Entgültig Bewegung in die Sache brachte dann das Erscheinen des schweren deutschen Tiger-Panzers auf dem Schlachtfeld. Das Ingenieurteam wurde angewiesen, umgehend zwei Experimentaltypen des nun "JS" (für Josef Stalin) genannten Projekts anzufertigen, basierend auf den letzten beiden KV-13 Varianten, und sie für die Tests vorzubereiten. Die Experimentelle Panzerfabrik, inzwischen in Fabrik 100 umbenannt, folgte dieser Anordnung im März 1943 mit den Typen JS-1 (76,2mm Kanone) und JS-2 (122mm Haubitze). Beide zeigten gute Leistungen während der Tests: Bei besserem Panzerschutz waren sie leichter und schneller als der KV-1s, doch zeigte sich, das die Abstände zwischen den Laufrollen zu groß gewählt waren. Auf weichem Grund neigte die Kette dazu, sich in diesen Zwischenraum hineinzuwellen, was einen hohen Rollwiederstand zur Folge hatte. Die Verteidigungskommission empfahl daraufhin, die Zahl der Laufrollen bei künftigen JS-Prototypen zu erhöhen. Schon wurden Vorbereitungen zur Massenproduktion getroffen, die jedoch bald über den Haufen geworfen wurden. Denn inzwischen lagen erste verlässliche Informationen über den Panzerschutz des Tiger vor. Sie zeigten, das die bis jetzt als Bewaffnung für die JS Serie vorgesehenen Kanonen zu schwach waren. Als endlich ein erbeuteter Tiger für direkte Beschusstests auf dem Kubinka Testgelände zur Verfügung stand, stellte sich die 85mm 52-k Flakkanone als effektivste Waffe zur Bekämpfung des schweren deutschen Panzers heraus. Sie konnte dessen Frontpanzerung auf 1000 Meter durchschlagen. Hastig wurden auf der Basis dieser Waffe zwei Varianten (S-31 und D-5T) zum Einbau in Kampfwagen entwickelt und in einen KV-1 und zwei JS-Prototypen eingebaut. Tests ergaben, das die D-5T Kanone eine bessere Leistung lieferte, aber mehr Platz benötigte und die Neukonstruktion eines größeren Turms mit größerem Drehkranz erforderte. Damit stieg das Gewicht des nun JS-85 oder "Objekt 237" genannten Panzers auf 44 Tonnen. Ebenso wurde ein KV-1s Panzer mit diesem neuen Turm ausgestattet und erhielt die Bezeichnung KV-85 oder "Objekt 239". Beide durchliefen ab August 1943 ein Testprogramm in Kubinka, an dessen Ende beide für die Produktion empfohlen wurden. Die ersten JS-85 wurden schon im September 1943 in den Dienst der roten Armee gestellt. Außerdem wurde angeordnet, auf der Basis des JS ein Sturmgeschütz zu entwickeln, das mit einer 152mm Haubitze bewaffnet war. Es sollte das SU-152 Sturmgeschütz auf Basis des KV-1 ersetzen. Der Verlauf der Kursk-Schlacht im Sommer 1943 wurde auch auf sowjetischer Seite genau analysiert. Es stellte sich heraus, das die effektivste Waffe gegen die schweren deutschen Panzer die 122mm Feldkanone Modell 1931/37 A-19 war. Es wurde daher der Einbau einer solchen Waffe in den JS-Panzer vorgeschlagen. Dazu wurde der JS-2 Prototyp ausgewählt, der ja bereits mit einer 122m U-11 Haubitze bewaffnet war. Indem man Teile dieser Waffe für die A-19 Kanone verwendete, wie z.B. den Rückstoßdämpfer und den Richtmechanismus, und das Rohr der A-19 zusätzlich mit einer Mündungsbremse versah, entstand daraus die Kampfwagenkanone D-25T. Erste Exemplare waren im November 1943 fertig und wurden umgehend in JS-Panzer eingebaut. "Objekt 240" oder JS-122, wie der Panzer zu dieser Zeit hieß, erwies sich als sehr erfolgreich und absolvierte alle Tests schnell und erfolgreich. Auf 1500 Meter durchschlug das 122mm Geschoss die Seitenpanzerung des Turms eines erbeuteten Panther, und selbst die Wucht des Aufpralls auf der gegenüberliegenden Innenseite reichte noch, um die Panzerplatten aus ihren Schweißnähten zu reißen. Ab Januar 1944 wurde dann nur noch die 122mm Variante unter der Bezeichnung JS-2 gebaut. Die Kanone erhielt im März 1944 noch eine verbesserte Mündungsbremse. Zur Unterscheidung wurden nun die JS-85 Panzer in JS-1 umbenannt. Aber es gab Probleme mit der JS-2 Bewaffnung: Die Armeeführung war sowieso schon unzufrieden mit der geringen Feuerrate und dem mit 28 Schuss sehr niedrigen Munitionvorrat (der JS-1 hatte 59 Schuss, der KV-1s gar 114 an Bord). Hinzu kamen nun unbefriedigende Leistungen der 122mm APHE Munition. Sie konnte die Frontpanzerung eines Panther-Panzers erst ab 600-700 Meter knacken. Auch die HE Granate, obschon auch gegen gepanzerte fahrzeuge durch ihre Sprengkraft und kinetische Energie sehr wirksam, brachte hier keine Lösung. Die kam in Gestalt der verbesserten 122mm APHE Munition, die aufgrund einer besonders gestalteten Kappe nicht mehr so leicht von den schrägen Panzerplatten des Panther abprallen konnte. Damit ließ sich ein Panther bereits auf 2500 Meter Distanz bekämpfen. Dafür tauchte ein anderes Problem auf: Die Frontpanzerung des JS war nicht so undurchdringlich wie erwartet. Beschussversuche mit einer 76,2mm ZiS-3 Kanone auf Entfernungen von 500 bis 600 Metern ergaben, das die Geschosse jede Seite des JS durchschlagen konnten. Zwar blieben dabei die meisten Geschosse in der Panzerung stecken, aber sie erzeugten auf der Innenseite einen tödlichen Splitterregen. Dies erwies sich als die Hauptursache für die Verluste an JS-Panzern während der Kämpfe im Winter 1943/44. Eine Forschungsgruppe wurde damit beauftragt, die Panzerung des JS-2 zu verbessern. Nach eingehenden Untersuchungen stand fest, das die angestrebte Undurchdringlichkeit der Frontpanzerung für deutsche 88mm Granaten in der bisherigren, abgewinkelten Ausführung nur bei einer Erhöhung der Panzerstärke auf 150 bis 160mm zu gewährleisten war. Da dies ein deutlich höheres Gewicht, höheren Maerialverbrauch und steigende Produktionskosten zur Folge gehabt hätte, schlugen die Experten alternativ eine Neugestaltung der Bugsektion mit glatten, abgeschrägten Flächen, ohne angewinkelte Fahrerbugplatte vor. Eine solche Bugsektion, deren Panzerung zudem oberflächengehärtet wurde, wurde dann auch entwickelt und getestet. Die Bugplatte war um 60 Grad geneigt und widerstand 88mm Geschossen selbst noch auf Kernschussdistanz, wenn der Auftreffwinkel etwa 30 Grad betrug (also das feindliche Geschütz sich etwa auf gleicher Höhe wie der JS befand). Verwundbar blieb jedoch die untere, zur Unterseite geneigte Partie der Bugsektion, die nur eine Neigung von 30 Grad besaß. Eine weitere Schrägstellung war ohne erheblichen konstruktiven Aufwand nicht möglich, darum, und weil Treffer in diesem Bereich eher selten vorkamen, sah man hier von Änderungen ab und montierte auf der unteren Bugsektion stattdessen ab Juli 1944 standardmäßig Ersatzkettenglieder, um die Schutzwirkung zu erhöhen. Die neugestaltete Bugsektion wurde ab Mai 1944 serienmäßig produziert, parallel wurde die seitliche Rumpfpanzerung verstärkt. Auch der Geschützturm erfuhr eine Reihe von Änderungen. Ursprünglich für die 85mm Kanone entwickelt und ausbalanciert, war der Turm mit der 122mm Kanone bereits derart unbalanciert, das eine weitere Verstärkung der Panzerung nicht infrage kam. Es erwies sich auch, dass die Aussparung im Turm für das Richtteleskop mit der 122mm Kanone zu eng war und nur noch gerade so eben passte. Darum wurde ab Mai 1944 ein neuer Turm mit erweiterter Aussparung produziert, bei der das Richtteleskop leicht nach links versetzt wurde. Zugleich wurde eine verbesserte Feuerleiteinrichtung eingebaut. Die Ingenieure entwickelten auch eine neue Geschützblende mit stärkerer Panzerung. Die Kommandantenkuppel wanderte ein paar Zentimeter nach links, und ein neues Beobachtungssystem wurde installiert. Die Montage eines schweren 12,7mm DShK-Maschinengewehres an der Kommandantenkuppel für den Einsatz gegen Tiefflieger oder im Häuser- und Straßenkampf rundete die Änderungen ab. Danach wurde der JS-2 unverändert bis Kriegsende gebaut. Typenübersicht (nur 2. Weltkrieg):
- JS-85 (JS-1): 1943er Produktionsmodel mit 85 mm Kanone. Viele dieser Panzer wurden später, nach Beginn der JS-2 Produktion, mit der 122 mm Kanone nachgerüstet, noch bevor sie ausgeliefert wurden.
- JS-100: Prototyp mit 100mm Kanone, wurde in Tests dem JS-122 mit 122mm Kanone gegenübergestellt. Trotz etwas besserer Leistungen der 100mm Kanonen in der Panzerbekämpfung entschied man sich für die 122mm Kanone, da sie eine bessere Allzweck-Leistung hatte und vielseitiger einsetzbar war.
- JS-122 (JS-2 model 1943): 1943er Produktionsmodell des JS-2 mit der 122mm A-19 Kanone.
- JS-2 Model 1944 (inoffiziell auch als "JS-2m" bezeichnet): Verbessertes 1944er Produktionsmodell mit D25-T 122mm Kanone, geändertem Verschluss für schnellere Ladezeiten, neues Feuerleitsystem, vereinfachter und verbesserter Bugsektion.
- IS-3: 1944 wurde die IS-Baureihe völlig neu konstruiert, mit verbesserter Auslegung der Panzerung, einem neuen, runden, schildkrötenartigen Turm, einer typischen Bugsektion mit scheitelförmigen Winkel in der Mitte und integrierten Stauboxen über den Ketten. Innen sehr ähnlich dem JS-2 Model 1944. Rund 350 wurden kurz vor Kriegsende parallel zum JS-2 gebaut, über einen Einsatz ist nichts Verlässliches bekannt.
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